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Schwefelfällung


Durch Zugabe flüssiger Mischungen verschiedener Metallsalze (z.B. Eisenchlorid oder Eisensulfat) direkt in den Fermenter oder die Mischgrube vor dem Fermenter kann die Ausfällung von praktisch unlöslichem Eisensulfid und damit eine Abtrennung von Schwefel aus dem Gas noch direkt im Fermenter herbeigeführt werden. Das Eisensulfid wird gemeinsam mit dem Gärrest aus dem Fermenter ausgetragen. Zusätzlich zur Abtrennung von Schwefelwasserstoff kann mit dieser Technik auch Ammoniak aus dem Gas entfernt werden. Darüber hinaus wird berichtet, dass aufgrund der Reduktion toxischer Substanzen im flüssigen Medium das Milieu für die an der Fermentation beteiligten Mikroorganismen signifikant verbessert werden kann, was wiederum in einer Erhöhung der Methanausbeute resultiert.

Die Schwefelfällung ist eine relativ kostengünstige Methode zur Rohbiogasentschwefelung mit praktisch keinen Investitionskosten. Selbst bestehende Biogasanlagen können sehr einfach mit dieser Technologie ausgestattet werden und der Betrieb, die Überwachung und das Handling sind einfach und unkompliziert. Andererseits ist der Entschwefelungsgrad, der mit dieser Methode erzielt werden kann, kaum kontrollierbar und das Setzen proaktiver Maßnahmen ist unmöglich. Die Wirksamkeit des Verfahrens und die erzielbare Rohbiogasqualität hinsichtlich Schwefelwasserstoffs sind klar limitiert. Diese Technik wird typischerweise in Fermentern mit hohen Schwefelwasserstoffgehalten als erste Maßnahme gesetzt, welche dann oftmals von weiteren Entschwefelungsschritten ergänzt wird. Als alleinige Entschwefelung ist diese Methode nur dann geeignet, wenn hohe Gehalte an Schwefelwasserstoff im Rohbiogas tolerierbar sind.

Es ist festzuhalten, dass diese Methode der Entschwefelung in vielen Fällen der Biogas- und Biomethan-Produktion Vorteile bringt, da sie kostengünstig und verlässlich ist. Weiters ist die Versorgung mit einer gewissen Menge von Nährstoffen und Spurenelementen möglich.