Prozessvisualisierung

Für die Visualisierung des Prozesses, sprich für die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine (HMI - Human Machine Interface) wird ebenfalls eine proprietäre GE-Fanuc-Software, nämlich Cimplicity verwendet. Auch dies ist eine objektorientierte und scriptingfähige Entwicklungsumgebung, mithilfe derer das "Gesicht" der jeweiligen Anlage erstellt werden kann. Neben der grafischen Versinnbildlichung der Anlage sind alle Messwerte der SPS darstellbar, Schalter und Anzeigen realisierbar, sowie vordefinierte Routinen (sogenannte Scripts) zu vordefinierten Zeitpunkten (oder bei Eintreten eines vorher definierten Zustandes) aufrufbar.

Die in der Entwicklungsumgebung entwickelte Prozessvisualisierung wird dann ebenfalls kompiliert und auf einem PC bei der Anlage installiert. Üblicherweise muss einerseits mit relativ rauhen Umgebungsbedingungen und andererseits mit beengten Platzverhältnissen umgegangen werden, sodass meistens ein extrem flacher und leistungsstarker Industrie-PC mit LCD-Touch-Display zum Einsatz kommt. Auf diesem PC läuft ein herkömmliches Windows-Betriebssystem, welches über Linux-Bausteine (zwecks Erhöhung der Sicherheit und der Konnektivität) mit dem internen Netzwerk (und dieses wiederum über eine Firewall mit dem globalen Internet) verbunden ist. Somit ist die Prozessvisualisierung von überall auf der Welt über das Internet abrufbar.


Abbildung: Visualisierung - Beispiel für eine Detailansicht der Kompressorstufe (GE-Fanuc CIMPLICITY)

Eine weitere Aufgabe des Industrie-PCs ist die Bevorratung der gesammelten Messdaten. Nachdem die ersten Biogasaufbereitungsanlagen, welche Membrantechnologie zur Trennung einsetzen, als Pilotanlage konzipiert worden sind, ist die Anzahl an analogen und digitalen Messwerteingängen, welche gespeichert werden sollen, relativ hoch (verglichen mit der Kompaktheit der gesamten Anlage). Für diese Datenaufzeichnung wird eine SQL-Datenbank verwendet, in welcher zu unterschiedlichen Zeitpunkten die verschiedenen Werte gespeichert werden. Über das Internet wird dann wiederkehrend eine Sicherheitskopie dieser Datenbank auf einem TU-Server abgelegt.