Prozessdatenverarbeitung

Das zentrale Element des gesamten Systems ist natürlich die SPS, welche die Anlage völlig autonom steuert. Sie ist an ein internes Netzwerk (Intranet LAN) angeschlossen, zu dem auch andere Anlagenkomponenten, wie zB. die fortschrittliche Gasanalyse Zugang haben. Weiters hängt in diesem Netzwerk auch der Vor-Ort-PC, hier das Kontrollpanel, welches einerseits als Interface zur Anlage dient (HMI - Human Machine Interface), also Steuerung und Prozessvisualisierung ermöglicht, sowie andererseits alle relevanten Daten des Prozesses (Messwerte, Stellsignale, Anlagenzustände) in einer Datenbank abspeichert. Auf diesem PC läuft ein herkömmliches Windows-Betriebssystem, welches über Linux-Bausteine (zwecks Erhöhung der Sicherheit und der Konnektivität) mit dem internen Netzwerk vernetzt ist.


Abbildung: Schema der Prozessdatenverarbeitung für maximale Konnektivität und Netzwerk-Sicherheit

Über eine sehr strenge Firewall und einen ADSL-Router ist das örtliche Intranet mit dem Internet (WAN) verbunden. Durch diese Verbindung zum weltweiten Internet stehen eine Reihe von Funktionen der Anlage dem authentifizierten User von überall auf der Welt aus zur Verfügung. So ist besipielsweise eine Wartung des gasamten Software-Bestandes sowie der SPS-Programmierung und der Visualisierungsoberfläche möglich. Weiters wird über einen Webserver allen interessierten Projektpartnern ein einfacher Zugang in die Prozessvisualisierung ermöglicht (diese benötigen lediglich einen Webbrowser mit Java-Fähigkeiten), der zwar ohne Eingriffsrechte, aber mit vollen Beobachtungsrechten ausgestattet ist. Über ein spezielles Interface kann der Anlagenbetreiber (oder der Systementwickler) mit hoher Netzwerk-Sicherheit die gesamte Aufbereitungsanlage fernsteuern. Nur bei gravierenden Eingriffen ist dann noch Vor-Ort-Personal erforderlich, kleinere Eingriffe können aus beliebeiger Entfernung getätigt werden. Weiters können vom Kontrollpanel-PC automatisiert monatliche Performance-Berichte an Projektpartner und Anlagenbetreiber verschickt werden, sowie ein tägliches Backup des Datenbank-Bestandes auf einem TU-Server durchgeführt werden.

Wird das Prozessmanagement einer Biogasaufbereitungsanlage nach obengenannter Schematik aufgesetzt, so ist grösstmögliche Flexibilität und Transparenz sowie weitestgehende Fernwartbarkeit und -steuerung bei gleichzeitig maximaler Sicherheit möglich.